Ernährung und Gesundheit

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

2. September 2014
von Ulrike Gonder
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Low-Carb-Diät erneut überlegen

Wer eine Diät einhält, um abzunehmen, möchte am Ende nicht nur schlanker, sondern auch gesünder sein. Während sich langsam herumspricht, dass man mit kohlenhydratreduzierten (low-carb) Diäten in der Regel besser abnimmt – mehr Kilos und vor allem mehr Fett – sorgen sich viele noch um die Herzgesundheit der erfolgreich Abgespeckten. Denn wer weniger Kohlenhydrate isst, verspeist dafür meist etwas mehr Fett und/oder Eiweiß. Daher untersuchte ein Forscherteam von der Tulane-Universität im amerikanischen New Orleans, ob sich eine kohlenhydratarme Diät im Vergleich mit dem Fettsparen ungünstiger auf die Risikofaktoren für  Herz und Gefäße auswirkt. Das Gegenteil war der Fall, wie das Team um Lydia Bazzano soeben im Fachblatt Annals of Internal Medicine (2014;161:309-318) berichtet. Weiterlesen →

19. August 2014
von Ulrike Gonder
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Bitte keine Salz-Panik

Derzeit wird wieder vehement vor Salz gewarnt und mit allerlei Modellrechnungen versucht, uns vom Salzstreuer zu entwöhnen. Zwar finde ich auch, dass es wunderbare Gewürze und Kräuter gibt und dass man auf die vielen Fertigprodukte mit verstecktem Salz gut verzichten kann. Allerdings gehen mir die pauschalen Warnungen vor dem Salz eindeutig zu weit, weil deren Nutzen keineswegs belegt ist! Zudem benötigen z. B. Bäcker eine gewisse Menge Salz für die Teigstruktur. Es lässt sich eben nicht ohne Weiteres ein salzarmes Vollkornbrot backen, zumindest keins, das schmeckt. Weil die Diskussion nicht neu ist und die Argumente sich anhand neuer Modellrechnungen im Prinzip nur wiederholen, erlaube ich mir, meinen Artikel über das Salz vom vorletzten Jahr noch einmal zu posten: Salzartikel Saarbrücker Zeitung August 2012 .

18. Juli 2014
von Ulrike Gonder
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Abnehmen: Fett- und Eiweiß egal, Hauptsache weniger Kalorien?

Im April veröffentlichte die Deutsche Adipositas-Gesellschaft ihre neue Leitlinie zur Vorbeugung und Behandlung des starken Übergewichts. Sie war lange erwartet worden, da es eine Reihe neuer Erkenntnisse einzuarbeiten galt. Positiv ist denn auch zu bewerten, dass nun endlich empfohlen wird, die Patienten individuell zu beraten und nicht alle nach Schema F. Erfreulicherweise gesteht die  Leitlinie nun auch erstmals zu, dass zur Gewichtsreduktion auch kohlenhydratreduzierte Kostformen eingesetzt werden können. Schlagzeilen macht die Leitlinie nun aber vor allem durch einen  gravierenden Fehlschluss: dass zum Abnehmen ausschließlich eine verminderte Kalorienzufuhr wichtig sei und dass es nicht auf den Anteil von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten ankomme. Prompt meldete unter anderem die Ärzte Zeitung, die neue  Leitlinie bringe einen “Diät-Mythos zu Fall”.

Mein Senf dazu

Rückfall ins tiefste Mittelalter der Abnehmerei – als hätte sich das  Kalorienzählen bewährt! Wie kommt es zu dieser Fehleinschätzung? Die Leitlinie bezog in ihre Beurteilung der verschiedenen Diätweisen nur jene Studien ein, bei denen die Kalorienzufuhr für alle festgelegt war. Studien, in denen man kalorienbeschränkte, fettarme Diäten mit kohlenhydratreduzierten Diäten ohne Kalorienbeschränkung (ad libitum) verglichen hatte, zeigen jedoch, dass die Kohlenhydratreduktion vorteilhafter ist: Die Menschen werden besser satt (wegen des höheren Eiweißanteils), sie bleiben länger dabei (wegen des besseren Geschmacks durch den höheren Fettanteil) und nehmen so nicht nur mehr ab, sondern verlieren auch mehr Fettmasse, erhalten mehr Muskelmasse und zeigen bessere Laborwerte (z. B. Triglyzeride, HDL-Cholesterin, Nüchterninsulin, Entzündungsmarker).

Was will man mehr, möchte man da entzückt ausrufen: den Leuten schmeckt´s, sie reduzieren ihren Fettanteil und ihre Risikoparameter sinken. Doch das scheint den Leitlinien-schreibenden Fachgesellschaften und ihren Claqeuren egal zu sein.

Quellen für meine Einschätzung: z. B. Hession et al. 2009, Buyken et al., 2014, Shai et al, 2008, Hu et al., 2012 sowie  Astrup und Brand-Miller 2014

14. Mai 2014
von Ulrike Gonder
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Kokosöl: Alleskönner oder überbewertet?

In der Aprilausgabe der Zeitschrift Naturheilkunde & Medizin (1) erschien ein Artikel, der die Vorzüge des Kokosöls nicht nur hinterfragt, sondern grundsätzlich in Frage stellt. Bevor auf die einzelnen Kritikpunkte eingegangen wird, sei hervorgehoben, dass es sich bei dieser vorgeblichen Kritik am Kokosöl eigentlich um eine Kritik an teilweise unlauteren Aussagen im Internet, insbesondere von Bruce Fife (2) handelt: Der amerikanische Ernährungsexperte, der sehr viel über Kokosöl geschrieben hat, bedient sich gerne einer überschwänglichen Ausdrucksweise inklusive Heilversprechen, die zumindest nach europäischer Rechtsauffassung nicht erlaubt sind. Dies ist ebenso kritikwürdig, wie unerlaubte und nicht belegte Aussagen über die Wirkungen von Kokosöl im Internet, und insofern ist der Artikel in Naturheilkunde & Medizin zu begrüßen. Leider wird darin aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, denn es entsteht der unberechtigte Eindruck, Kokosöl habe keine vorteilhaften Wirkungen und sei bestenfalls zur kosmetischen Anwendung nützlich. Im Folgenden sollen daher die Fakten aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zurechtgerückt werden. Weiterlesen →

27. März 2014
von Ulrike Gonder
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Fettreiche Diät bei Diabetes überlegen

Kohlenhydratverminderte (low carb) Diäten werden seit kurzem in medizinischen Leitlinien als eine Option zur  Behandlung von Übergewicht oder Diabetes gennant. Allerdings empfiehlt man sie als gleichwertig mit fettarmen Diäten. Doch das ist nicht gerechtfertigt, wie ein sorgfältiger Vergleich der verfügbaren Studien aus der Uni Wien darlegt. Weiterlesen →

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19. März 2014
von Ulrike Gonder
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Endlich rehabilitiert: gesättigte Fette sind unschädlich!

Bis heute empfiehlt die DGE allen Bundesbürgern über 2 Jahre weniger Fett, vor allem weniger gesättigte Fette (und dafür reichlich Kohlenhydrate) zu essen, um gesund zu bleiben und sich insbesondere vor Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Zuletzt hat sie diesen Ratschlag im vergangenen November in ihren aktualisierten “10 Regeln” erneuert – obwohl schon damals klar war, dass er überholt und im Grunde falsch ist. Die Aufforderung, weniger (gesättigte) Fette zu essen und sie womöglich durch Kohlenhydrate zu ersetzen  widerspricht den wissenschaftlichen Erkenntnissen  – darauf  habe ich in meinen Büchern, Vorträgen und Artikeln  immer wieder hingewiesen.

Erfreulicherweise melden sich nun immer mehr Wissenschaftler zu Wort, wie z.B. vergangenes Jahr  Malhotra im British Journal of Medicine und jetzt ganz aktuell Di Nicolantonio in openheart und Chowdhury in den Annals of Internal Medicine. Sie alle kommen (unter anderem) zu dem Schluss, dass die Empfehlungen in Sachen gesättigte Fette dringend überarbeitet werden müssen, weil sie die Öffentlichkeit falsch informieren und die Gesundheit sogar schädigen können. Exemplarisch seien einige der wichtigsten Argumente aus der DiNicolantonio-Arbeit angeführt:

Werden die gesättigten Fette  – wie bisher empfohlen – durch Kohlenhydrate ersetzt, …

  • steigt der Anteil kleiner, dichte LDL-Cholesterin-Partikel an. Das sind genau jene, die gesundheitsschädlich (!) sind.
  • ändert sich der gesamte Fettstoffwechsel ungünstig (z. B. weniger HDL-Cholesterin, mehr Triglyzeride).
  • kommt es häufiger zu Diabetes und Übergewicht.

Werden die gesättigten Fette durch Omega-6-Fette (v.a. in Sonnenblumen-, Maiskeim- und Distelöl) ersetzt, …

  • erhöht sich das Risiko für Krebs.
  • erhöht sich das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen.
  • wird mehr LDL-Cholesterin oxidiert (= ungünstig).
  • sinkt das HDL-Cholesterin (= ungünstig)

Bleibt nur zu hoffen, dass die DGE und alle, die sich auf sie berufen, endlich aufwachen und den Leuten in Sachen Butter, Vollmilch, Sahne, Speck und Kokosfett nunmehr reinen Wein einschenken.

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16. Dezember 2013
von Ulrike Gonder
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Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Allen Kunden, Lesern, Freunden und Fans, Kolleginnen und Auftraggebern, den Förderern und Forderern, aber auch den konstruktiven Kritikern wünsche ich schöne Weihnachtstage mit genug Zeit für sich und  freudiges Beisammensein mit Anderen, mit Freude am Schenken und Beschenktwerden. Möge die Jahreswende Gelegenheit bieten zum Kraftschöpfen, zum Zurück- und Nach-vorne-Blicken. Ich freue mich auf ein hoffentlich gesundes, fröhliches und kreatives 2014 miteinander und wünsche allen einen prickelnden Start in dieses neue Jahr!

Weil es so goldig und anrührend ist und mich gleichzeitig amüsiert, befremdet, freut und ärgert, noch diese kleine Info aus der Welt der Ernährungs-“Wissenschaft” als eine Art Weihnachtsmärchen: Weiterlesen →

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7. November 2013
von Ulrike Gonder
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Druckfrisch: KetoKüche zum Genießen

Bei der  ketogenen  Ernährung ist alles anders als sonst: kein Brot, kein Zucker, keine Säfte, kaum Obst. Maximal 50 g Kohlenhydrate täglich sind erlaubt, dazu gibt es  viel Fett, Gemüse, Salate und eine angemessene Menge eiweißreicher Lebensmittel auf den Teller. Das bedeutet für die meisten Menschen, die diese Diät ausprobieren möchten, eine radikale Umstellung ihrer Gewohnheiten. Dass es trotzdem gut schmecken kann, zeigt das neue Buch, das ich zusammen mit der Hamburger Koch- und Gewürzexpertin Bettina Matthaei machen durfte: “KetoKüche zum Genießen“, soeben im systemed Verlag erschienen. Die tollen Rezepte und die appetitlichen Fotos lassen einen glatt vergessen, dass man eine Diät einhält.