Kokosfett gilt in westlichen Industrienationen seit Jahrzehnten als besonders ungesund. Der Grund: Es strotzt nur so von gesättigten Fettsäuren, die Herz und Gefäße schädigen sollen. Doch das ist keineswegs erwiesen. Zwar erhöhen einige Bestandteile des Kokosfetts den Cholesterinspiegel, doch das wars auch schon: Ob damit ein erhöhtes Gesundheitsrisiko einhergeht, ist zumindest fraglich. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich nämlich, dass die Erhöhung des Cholesterins vor allem das so genannte „gute“ Cholesterin (HDL) bestrifft: Je mehr davon im Blut unterwegs ist, desto geringer ist das Risiko, an einer Herz- oder Gefäßerkrankung zu leiden.
Wer sich im Internet einmal auf die Suche nach Kokosfett macht, findet englischsprachige Seiten, die es als das beste Fett überhaupt anpreisen (neben einigen Fischölen): Dort steht dann sinngemäß zu lesen, es helfe gegen Arterienverkalkung, Übergewicht, Aids und kurbele die Schilddrüsenfunktionan – aber nur, wenn es sich um „virgin coconut oil“ handelt. Dieses Kokosnussöl ist im Gegensatz zu dem uns bekannten weißen Plattenfett aus dem Supermarkt weitgehend naturbelassen. Was ist dran an den enormen Gesundheitsversprechen?
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