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"MODERNE" LEBENSMITTEL
 

Die körpereigene Regulation der Nahrungsauswahl über den Appetit funktioniert mit traditionell verarbeiteten und "einfachen" Lebensmitteln offenbar sehr gut - doch sie scheint nicht immer zu funktionieren. Was hätten die Kinder in Clara Davis´ Versuchen wohl gegessen, wenn ihnen auch Gummibärchen, Limo und Fertigmenüs angeboten worden wären? Die Auswirkungen "moderner" Lebensmittelproduktion auf unseren Appetit sind erstaunlicherweise kaum erforscht.

Der Lebensmittelindustrie ist es inzwischen gelungen, traditionelle Lebensmittel wie zum Beispiel Brot bei gleich bleibendem oder ähnlichem Geschmack schneller und billiger herzustellen als anno dazumal. Das heißt, die Zusammensetzung und damit die Wirkung des Lebensmittels hat sich - vom Kunden fast unbemerkt - verändert.

Es gibt zahllose Produkte, die aus wechselnden Rohstoffen hergestellt werden, den vertrauten Originalen jedoch zum Verwechseln ähnlich schmecken. Kann es da nicht sein, dass der Appetit zeitweise "die Orientierung verliert"? Wie soll der Körper denn reagieren, wenn er gerade am Geschmack nicht mehr erkennen kann, welche Inhaltsstoffe und Wirkungen mit einem Lebensmittel verbunden sind?

Es gibt übrigens noch eine Methode, die körpereigene Appetitregulation durcheinander zu bringen: Bei Diäten zur Gewichtsabnahme verlässt man sich nicht mehr auf den Appetit, sondern isst rein mit dem Verstand, oft nach ausgeklügelten Plänen. Die Folge sind allzu häufig Heißhungeranfälle und Ess-Störungen - Probleme, die in unserer "modernen" Esswelt immer gravierender werden.


Reis und Bohnen zum Frühstück? | Ökosystem Körper