Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Alleine die Frühstücksgewohnheiten rund um den Erdball zeigen, dass der Appetit durch die Kultur, in die wir hineingeboren werden, entscheidend beeinflusst wird: Während in Deutschland belegte Brote oder Brötchen zum Frühstück beliebt sind, schwören Franzosen auf ein Croissant, Engländer brauchen offenbar Schinken und Eier zum Wachwerden, in Costa Rica kommen morgens Bohnen und Reis auf den Tisch, Chinesen mögen Hefeklöße mit pikant eingelegtem Gemüse und in Sri Lanka darf es frühmorgens schon ein scharfes Currygericht sein.
Diese verschiedenen Nahrungspräferenzen zeigen, dass es nicht eine einzige "richtige" Ernährung für alle Menschen gibt: Während der Amazonasindio von gebratenen Vogelspinnen schwärmt, lieben Europäer den Käse, der für Chinesen nichts anderes als verdorbene Milch darstellt. Dafür isst man im Reich der Mitte etwas, was wir hierzulande als faule Eier bezeichnen würden. Der optimale Gaumenkitzel ist demnach subjektiv und kulturell geprägt. Unser Appetit bewegt sich in dem in der Kindheit erlernten Rahmen.
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