Ein zweites Experiment von Dr. Davis, bei dem sie 15 Kinder über 6 Jahre hinweg beobachtete, kam zu den gleichen guten Ergebnissen. Das zeigt, dass die Vorlieben, die jeder Mensch hat, offenbar eine Funktion haben. Und es zeigt, dass der Appetit sehr wohl dazu geeignet ist, eine "vernünftige" Nahrungsauswahl zu treffen - zumindest dann, wenn "vernünftige" Lebensmittel angeboten werden!
Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre lassen darauf schließen, dass der Appetit überhaupt kein "Luxus" ist, sondern einen biologischen Sinn hat. Seine Entstehung beginnt bereits beim Fötus im Bauch der Mutter. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass Föten schon Gerüche erkennen, also die Eigenschaften des Fruchtwassers wahrnehmen können. Wenn die Nahrung der Mutter die "sensorische Qualität" des Fruchtwassers beeinflusst, kann das ungeborene Kind an Geruch und Geschmack der von der Mutter erprobten Nahrung gewöhnt werden. Sein Appetit würde damit individuell an das Nahrungsangebot des späteren Lebensraumes angepasst.
Die Appetitprägung setzt sich nach der Geburt durch das Stillen fort: Auch der Geschmack der Muttermilch ändert sich durch das, was die Mutter isst. Dadurch erlernt das Kind weitere Geschmacksmuster, die ihm später bei der Nahrungsauswahl helfen.
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