Bekommen wir die Vorliebe für Grünkohl und Pinkel mit in die Wiege gelegt? Werden Linsen und Spätzle zur Leibspeise, weil wir sie zuhause oft vorgesetzt bekamen? Mögen wir grüne Bohnen mit Pfannkuchen, weil unsere Eltern sie auch gerne aßen? Ist der Appetit etwas Erlerntes oder das Ergebnis komplizierter Stoffwechselabläufe, also von der Biologie bestimmt?
Der Appetit wird in frühester Kindheit "programmiert". Man stellt sich den Prozess heute so vor, dass sich der kindliche Organismus zweierlei "merkt": wie eine Speise schmeckt und welche Wirkungen sie hat. Er lernt so, welche Wirkung ein Lebensmittel mit einem bestimmten Geruch und Geschmack auf seinen Körper ausübt: Ob es ihm gut bekommt, ob es ihm hilft, gesund zu bleiben und welche Nährstoffe es in welcher Menge liefert. So kann der Körper später automatisch Appetit auf solche Lebensmittel und Speisen entwickeln, die ihm das liefern, was er gerade braucht.
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