Das Fett galt in Sachen Brustkrebs lange als der Übeltäter schlechthin: Wieder waren es Tierversuche, die zeigten, dass zuviel Fett im Futternapf das Tumorrisiko erhöht. Aber auch internationale Vergleichsstudien sprachen dafür: Dort, wo viel Fett gegessen wurde, gab es auch mehr Brustkrebsfälle. War damit der Beweis erbracht? Keineswegs, denn die Qualität der Ergebnisse dieser Vergleichsstudien lässt sehr zu wünschen übrig. Sie basieren auf landwirtschaftlichen Produktionszahlen und sagen nichts über den Fettverzehr einzelner Personen aus.
Zudem unterscheiden sich Gesellschaften, in denen wenig Fett gegessen wird (z.B. traditionell lebende Japaner, bestimmte ländliche Regionen in Afrika) so sehr von unserem mitteleuropäischen Wohlstands-Dasein, dass es unmöglich ist, die Unterschiede bei Krankheiten wie Brustkrebs nur auf das Essen oder gar auf einen einzelnen Stoff wie das Fett zurückzuführen. Nur ein Beispiel: Junge Afrikanerinnen bekommen später als mitteleuropäische Mädchen ihre erste Monatsregel, dafür gebären sie ihr erstes Kind früher und bekommen insgesamt viel mehr Kinder. Jeder dieser Faktoren verringert das statistische Risiko für Brustkrebs.
Lassen Sie sich also nicht die Butter vom Brot nehmen! Die neueren und methodisch besseren Studien, in denen Frauen, die viel und wenig Fett aßen, direkt miteinander verglichen wurden, ergaben keinen Beleg dafür, dass die Fettzufuhr eine Bedeutung hat. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Fett tierischer oder pflanzlicher Herkunft war und ob es überwiegend aus gesättigten, einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestand.
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