Ess-Brechsüchtige haben (manche mehrmals täglich) heftige, unkontrollierbare Essanfälle, bei denen sie sich mit unvorstellbaren Lebensmittelmengen voll stopfen. Sie können erst dann aufhören, wenn ihr Bauch so schmerzt, dass partout nichts mehr hinein passt oder wenn sie gestört werden. Nach dem großen Fressen kommt der Katzenjammer, und die meisten Bulimiker beeilen sich, den Inhalt ihres Magens schleunigst wieder loszuwerden: sie brechen alles wieder aus.
Ess-Brechsüchtige leiden unter ihrer Krankheit, fühlen sich pervers und abnormal. Deswegen halten sie ihre Sucht geheim. Oft ahnen nicht einmal Lebenspartner und Familienangehörige von den Nöten der Süchtigen, wissen nichts von den hemmungslosen Ess-Brech-Orgien. Aus Angst vor dem Zunehmen machen Bulimiker immer wieder strenge Diäten und nehmen große Mengen Abführ- und Entwässerungsmittel ein. Auch sie treiben oft exzessiv Sport, um "überzählige Kalorien zu verbrennen". Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 1 und 5 % der Frauen im Alter von 15-35 Jahren betroffen, also über eine Million Frauen, Tendenz steigend. Wahrscheinlich liegt ihre Zahl höher, denn Ess-Brechsüchtige sind meist "normalgewichtig", sie fallen daher nicht auf. Auch am Anfang ihrer Sucht stand sehr oft eine Diät.
Die körperlichen und seelischen Folgen der Essstörungen sind zahlreich. Als Beispiele seien genannt: Veränderungen des Blutbildes, des Hormonhaushaltes und des Gehirnstoffwechsels, Ausbleiben der Monatsregel, Gefahr des Knochenschwundes (Osteoporose), trockene Haut, Haarwuchs am ganzen Körper, Störungen des Körpersalz- und Körperwasserhaushaltes, Zahnschäden durch die erbrochene Magensäure, Schwellungen der Speicheldrüsen, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen, Unterkühlung, niedriger Blutdruck und eine Verkleinerung des Gehirns.
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