Endorphine sind winzige Eiweißkörper, die unsere Nervenzellen selbst herstellen. Sie dienen als Botenstoffe und halten die Kommunikation im Gehirn aufrecht. Ihre Entdeckung verdanken sie einer pflanzlichen Droge, dem aus Schlafmohn gewonnen Morphium. Morphium ist bis heute das wirksamste Schmerzmittel, es sorgt für euphorische Zustände, lähmt das Atemzentrum und die Darmmuskulatur, verengt die Pupillen, setzt Hormone frei - und es macht abhängig.
Wie kann eine solche Substanz, die aus dem Stoffwechsel einer Pflanze stammt, im Gehirn des Menschen so vielfältige Wirkungen erzielen? Eine Antwort auf diese Frage erhielten Wissenschaftler 1973, als es ihnen gelang, im Gehirn spezifische Bindungsstellen für Morphium nachzuweisen. Morphium oder auch das daraus gewonnene Heroin passen zu diesen Rezeptoren wie ein Schlüssel zum Schloss, es ist die Voraussetzung dafür, dass die Drogen überhaupt wirken können. Aber warum in aller Welt hat der Mensch im Gehirn Drogen-Rezeptoren? Hat das ganze am Ende einen biologischen Sinn? Schließlich sind wir nicht auf dieser Welt, um uns mit Morphium zu berauschen. Könnte es nicht sein, dass das Morphium rein zufällig in Bindungsstellen passt, die eigentlich für natürliche, körpereigene Stoffe bestimmt sind?
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