Ein nachhaltig gestörtes Essverhalten ist vielleicht die tragischste Folge des Schlankheitswahns. Rund 90 % der Menschen, die mehr als vier Diäten ausprobiert haben, berichten über Schwierigkeiten im Essverhalten. Magersucht (Anorexie) und Ess-Brechsucht (Bulimie, Stierhunger) sind zwei schwere Formen der Essstörungen, die sich in den letzten Jahren epidemieartig ausgebreitet haben.
Magersüchtige sind süchtig nach Hunger. Sie können einfach nicht mehr damit aufhören, hungern sich förmlich zu Tode. Als Folge ihrer Sucht empfinden viele von ihnen ihren ausgemergelten Körper noch als zu dick, drangsalieren ihn mit extremen sportlichen Aktivitäten, Abführmitteln und Entwässerungstabletten und können nicht einsehen, dass sie lebensbedrohlich krank sind. Die Magersucht ist gefährlich: Schätzungsweise 15-20 % der Magersüchtigen sind nicht mehr zu retten, sie sterben den Hungertod im Schlaraffenland. Am Anfang ihrer Sucht stand sehr oft eine Diät.
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