Dass es genau so ist, konnten schottische Forscher 1975 zeigen. Es war ihnen gelungen, aus Hirnmaterial winzige Eiweißpartikel zu isolieren, die sich tatsächlich an diese Drogen-Rezeptoren hefteten. Der Körper schüttet diese Eiweiße bei Stress-Situationen aller Art aus, sie helfen ihm, Krisen zu überstehen. Ihre Entdecker nannten sie "Enkephaline", nach dem griechischen Ausdruck für "im Kopf". Heute nennt man solche Substanzen, die endogen, also im Körper gebildet werden und morphinähnliche Wirkungen entfalten, Endorphine.
Die nächste Frage ist, ob auch die körpereigenen Drogen süchtig machen können. Lange Zeit hat man daran gezweifelt, heute ist es bewiesen. Herausgefunden hatte man es in den achtziger Jahren, als das Joggen in Mode kam. Auch beim Laufen schüttet der Körper Endorphine aus, ein völlig normaler Vorgang. Es gibt jedoch Menschen, die, haben sie einmal mit dem Laufen angefangen, nicht wieder davon loskommen. Sie müssen immer längere Strecken zurücklegen, um die begehrte Endorphinausschüttung, ihr "high" zu erhalten - ein deutliches Anzeichen süchtigen Verhaltens. Sie laufen und laufen, sie magern ab und laufen selbst noch mit wunden Füssen.
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