Kein Wunder, dass Endorphine als Dopingmittel ausprobiert worden sind. Sie bergen aber neben der Abhängigkeit noch eine weitere große Gefahr: Da sie nicht nur high, sondern auch schmerzunempfindlich machen, nimmt der Läufer die relativ starken Schmerzen nicht mehr wahr, die bei Überanstrengung eine Herzkrise einleiten. Diese Schmerzunempfindlichkeit hat wahrscheinlich auch Phidippides, den ersten Marathonläufer ums Leben gebracht. Er lief und lief immer weiter, bis zum todbringenden Infarkt.
Ob Phidippides süchtig war, wissen wir nicht. Auffällig ist jedoch, dass vor allem junge Leistungssportlerinnen häufig an Magersucht leiden. Diese schwere Krankheit betrifft in westlichen Industrienationen schätzungsweise drei Prozent der Frauen jungen und mittleren Alters, bei Kunstturnerinnen sprechen verschiedene Studien dagegen von Quoten zwischen 15 und 60 (!) Prozent. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sport, Endorphinen und Magersucht? Um diese Frage zu beantworten, müsste man wissen, wie eine Magersucht entstehen kann.
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