Bei der Berechnung der Risiken von zu vielen Pfunden wird oft nur das Gewicht berücksichtigt. Andere Lebensumstände wie körperliche Aktivität, Fitness oder psychosozialer Stress bleiben oft außen vor. Das kann jedoch entscheidend sein, denn auch diese Lebensstilfaktoren beeinflussen die Lebenserwartung. So staunten die Wissenschaftler der Universität Ulm nicht schlecht, als sie in den 90er Jahren die Lebenserwartung von über 8.000 Bauarbeitern untersuchten. Wie erwartet, hatten die dickeren häufiger hohen Blutdruck, Diabetes und erste Anzeichen einer koronaren Herzerkrankung. Dennoch waren sie gesundheitlich stabiler als ihre schlanken Kollegen: sie hatten die niedrigste Sterblichkeit von allen. Die Wissenschaftler führen dies auf die körperliche Aktivität der Bauarbeiter zurück. Rückendeckung erhalten sie von amerikanischen Studien, die bestätigten, dass "fitte Fette" eine höhere Lebenserwartung haben als schlanke Faulpelze und dass sich die Sterblichkeit durch körperliche Bewegung senken lässt - und zwar unabhängig vom Gewicht.