Dem dicken Doktor glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht - so ließe sich sinngemäß das Ergebnis einer britischen Untersuchung zusammenfassen. Danach sind die Patienten umso skeptischer hinsichtlich der ärztlichen Kompetenz, je fülliger der Doktor ist. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie schwer es dicke Menschen in einer Gesellschaft haben, die dem Schlankheitswahn frönt. Dicke gelten schon lange nicht mehr als gemütlich oder besonders gesellig, sondern als gefräßig, faul und inkompetent. Dicke haben schlechtere Chancen im Job, verdienen weniger und wenn sie einen Partner finden, ist dies häufiger mit einem sozialen Abstieg verbunden als bei Schlanken.
Zu den gesellschaftlichen Problemen kommen die medizinischen: Übergewicht mit 40 sei ebenso gefährlich wie Rauchen, vermeldeten dieser Tage die Presseagenturen. Wissenschaftler hatten minutiös ausgerechnet, um wie viele Lebensjahre sich ein Übergewichtiger bzw. Fettsüchtiger durch seine Leibesfülle bringt. Zudem ist hundertfach belegt, dass Dicke häufiger zuckerkrank werden, mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle bekommen, häufiger unter Gelenkbeschwerden und Minderwertigkeitsgefühlen bis hin zu Depressionen leiden. Was also bleibt den Wohlbeleibten übrig? Wenn Dick sein so ungesund (und unerwünscht) ist, dann muss man doch etwas für seine Gesundheit tun und endlich abnehmen – oder?
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