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VORSICHT VOR UMKEHRSCHLÜSSEN |
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Aus der Tatsache, dass dicke Menschen ein anderes Risikoprofil und sehr dicke eine kürzere Lebenserwartung haben als von Natur aus Schlanke, schließt man, dass die Dicken nur abspecken müssten, um ihr Risiko zu senken. Nur, in der Realität funktioniert es so nicht. Keine Diät macht aus einem Mops einen Windhund. Dennoch wird allen übergewichtigen Menschen unentwegt empfohlen, aus gesundheitlichen Gründen abzunehmen. Das könnte jedoch aus mehreren Gründen bedenklich sein.
Erstens funktioniert Abnehmen auf Dauer meist nicht: Nach drei bis fünf Jahren haben 95 von 100 Abgespeckten ihr Ausgangsgewicht mindestens wieder erreicht. Das liegt weniger an deren Willensschwäche als vielmehr an der menschlichen Biologie. Denn die Natur hat uns jahrhunderttausende lang auf das Zunehmen hin "getrimmt", um die Überlebenschancen in schlechten Zeiten zu erhöhen. Auf Abnehmen sind wir genetisch gar nicht vorbereitet. Und so versucht der Körper in aller Regel, ein einmal erreichtes Gewicht zu halten oder es nach einer Abspeckkur wieder zu erreichen - egal, was sein Besitzer und sein Arzt davon halten.
Zweitens ist es keineswegs erwiesen, dass Abenehmen die Gesundheit fördert. Zwar sinken mit dem Gewicht meist der Blutdruck, die Cholesterin- und Zuckerwerte. Die bisher durchgeführten Langzeitstudien erbrachten jedoch kurioserweise, dass dies weder mit einer längeren Lebensdauer noch mit geringeren Infarktraten einhergeht. Der Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm aus Berg am Starnberger See, hat in seinem Buch "Diätlos glücklich" (Systemed Verlag, Lünen) einmal alle seither erschienen wissenschaftlichen Studien zum Thema Abnehmen und Lebenserwartung ausgewertet. Sein Fazit: "Keine Langzeitstudie konnte jemals einheitlich eine Senkung der Sterblichkeit durch Abnehmen belegen. Andererseits finden 25 Studien eine zum Teil erheblich gesteigerte Sterblichkeit."
Genauso gefährdet sind Menschen mit "Schaukelgewicht", also jene, die häufig „auf Diät“ sind und folglich ständig ab- und wieder zunehmen. Und woran sterben die abgespeckten Dicken? Ausgerechnet an Herzinfarkt und Schlaganfall, also an jenen Krankheiten, um deren Verhütung willen man ihnen zum Abspecken riet.
Außerdem erhöhen Diäten das Risiko für Osteoporose und gefährliche Essstörungen wie Bulimie und Magersucht. Zudem werden beim Abspecken im Körperfett „endgelagerte“ Umweltgifte wie z.B. Organochlorverbindungen in hoher Konzentration in den Kreislauf gespült und überfluten die Organe. Niemand weiß bisher, welche gesundheitliche Konsequenzen das hat.
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