Haben Sie je von einer "November-Diät" gehört? Prangte auf dem Titelblatt der Weihnachtsausgabe einer Frauenzeitschrift neben den Stollen- und Plätzchenrezepten je eine Werbung für die "Winterspeck-Weg-Kur"? Natürlich nicht! Das würde auch gar nicht funktionieren, denn um diese Zeit nehmen viele Menschen eher zu als ab – was ihre ohnehin oft angeschlagene Stimmung nicht gerade verbessert. Zu Beginn eines jeden neuen Jahres werden wir zum kollektiven Abnehmen aufgerufen. Dann, wenn sich Plätzchen, Stollen, Gänsebraten und Grog bereits erkennbar auf den Hüften niedergeschlagen haben und die Nähte der Garderobe vom vergangen Frühjahr ihren Dienst zu versagen drohen. Dann schlägt die Stunde der ungezählten Diätvorschläge. Trenndiät, Wunschdiät, Fettaugen-Diät, Molke-Fasten, Nulldiät, Ananasdiät, Enzymdiät, Appetitzügler, Quellmittel, Entwässerungstees, FdH – die Varianten sind vielfältig, doch alle diese "Kuren" haben zweierlei gemeinsam: Man kann mit ihnen, auf mehr oder (meist) weniger gesunde Weise, kurzfristig an Gewicht verlieren. Langfristig haben die Diäten jedoch versagt, egal, wie ausgewogen sie sein mögen: Eine Garantie für den Langzeiterfolg gibt es nicht. Und so kommt es, dass trotz guter Vorsätze, wochenlanger Selbstkasteiung und Millionen ausgegebener Euro für Diätbücher, Pulver, Pillen und Lightprodukte das Gewicht bei neun von zehn Abgespeckten nach einigen Monaten wieder da ist, wo es vor der Diät war – bestenfalls.
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