Neben dem Serotonin, das unter dem Einfluss des Lichts direkt im Gehirn entsteht, gibt es einen weiteren Vermittler der positiven Effekte: Setzen wir uns der Sonne aus, sorgen deren UV-B-Strahlen dafür, dass unter der Haut aus Cholesterin Vitamin D gebildet wird. UV-B-Strahlen sind jene Bestandteile des Sonnenlichtes, die in zu starker Dosis zu Sonnenbrand und Hautkrebs führen und vor denen wir immer gewarnt werden. Hier zeigt sich jedoch wieder einmal, dass der alte Paracelsus recht hatte (Sie wissen schon: die Dosis macht´s).
Natürlich gibt es Vitamin D längst auch in Pillenform und als Nahrungszusatz. Doch beides kann gefährliche Nebenwirkungen haben – und die Sonne nicht ersetzen. Mit dem in der Sonne selbst gemachten Vitamin D ist es nicht möglich, eine Überdosis Vitamin D zu bekommen.
Was macht dieses Vitamin so wichtig? Es kann viel mehr als „nur“ die Knochen stärken: Vitamin D entfaltet an vielen Stellen im Körper Wirkungen, zum Beispiel in Gehirn und Rückenmark, in Muskeln, Haut und Geschlechtsorganen, in der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse, ja sogar in Krebszellen. Deshalb wird es zurzeit sogar als Medikament gegen Brust- und Prostatakrebs getestet.
Vitamin D ist einer der „Botenstoffe“, mit dessen Hilfe uns das Sonnenlicht gesund hält: Es moduliert unsere Krankheitsabwehr, die Zellteilung, die Insulinausschüttung, den Zuckerstoffwechsel und damit auch die Entstehung vieler „Zivilisationsleiden“, von Bluthochdruck bis Übergewicht. Ausserdem regt es die Bildung körpereigener Opiate an und erhöht den Serotoninspiegel im Gehirn und trägt so zum „gute-Laune-Effekt“ des Lichtes bei. Studien in Schweden und Nordamerika ergaben, dass die Sonnenscheindauer die Häufigkeit von Brust-, Eierstock- und Dickdarmkrebs sowie Diabetes bei Jugendlichen beeinflusst: Je weniger Sonne in der Region, desto mehr Kranke zählten die Statistiker.
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