Die Propagierung voller Körner und neuer Indices mag theoretisch richtig sein – ohne Rücksicht auf die Kapazitäten des menschlichen Verdauungstraktes und die richtige Verarbeitung der Nahrung bleiben auch diese Empfehlungen nur Stückwerk. Der schönste glycämische Index nützt nichts, wenn die Nahrung teilweise unverdaut in den Dickdarm gelangt, wo sie von Bakterien zu allerlei Giften zersetzt wird. Ordentlich verarbeitete Produkte wie traditionell hergestelltes Roggensauerteigbrot, helles Weizen(misch)brot, Pasta oder Haferflocken sind in der Regel besser bekömmlich als Weizenvollkornbrot, Roggen- und Weizenflocken im Müsli, Vollkornnudeln oder Vollkornreis.
Für eine Ernährung nach dem Prinzip „niedrige glycämische Ladung“ – das ja durchaus seine Berechtigung hat – bleibt dennoch genügend Spielraum: Wer auf die Bekömmlichkeit seiner Speisen achtet und lieber weniger als zu viel Körniges isst, wer bei Softdrinks und Gebäck Zurückhaltung übt, der kann sich durchaus so ernähren, dass es den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht und gesund hält.
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