Allerdings lassen neue wissenschaftliche Arbeiten Zweifel an diesem Grundsatz aufkommen: Es wird immer deutlicher, dass das Fett im Essen gar nicht so schlimm ist, sofern man zum richtigen Fettnapf greift. So gelten mittlerweile Oliven- und Rapsöl, Nüsse und fette Fische als herz- und gefäßschützend. Peinlich nur, dass die meisten Ernährungswissenschaftler bis heute empfehlen, vor allem beim Fett zu sparen und dafür mehr Kohlenhydrate zu essen. Derweil erwies sich in großen Ernährungsstudien gerade ein hoher Kohlenhydratkonsum als riskant.
Davon betroffen sind jedoch nicht alle Kohlenhydrat-liefernden Lebensmittel, sondern vor allem jene, die viele Kohlenhydrate enthalten und den Blutzucker stark erhöhen. Im Jargon der Ernährungsexperten heißt das: Lebensmittel mit einem hohen glycämischen Index (GI). Und wer besonders viel von besonders blutzuckersteigernden Lebensmitteln isst, bekommt entsprechend eine hohe glycämische Ladung (GL) ins Blut.
Je höher die glycämische Ladung der verzehrten Speisen, desto häufiger fanden amerikanische Wissenschaftler Krankheiten wie Diabetes mellitus und Herzinfarkt. Sogar Kurzsichtigkeit wurde unlängst mit einem hohen Konsum von stark blutzuckerwirksamen Mahlzeiten in Verbindung gebracht. Deswegen werden zunehmend Lebensmittel mit niedrigem glycämischem Index empfohlen, also Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Milchprodukte, vor allem aber Vollkornprodukte.
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