Als erstes sollten wir uns klarmachen, dass das bislang vorherrschende Nährstoffdenken niemals ausreichen wird, um die Ernährung umfassend zu verstehen. Um Menschen angemessen beraten zu können, müssen wir das komplexe System Ernährung in seiner Gesamtheit verstehen. Wir müssen erkennen, was es in gesunder Balance hält, wie es auf Störungen von außen und innen reagiert und wie Imbalancen sinnvoll ausgeglichen werden können. Wir dürfen nicht mehr nur nach dem Wert und den Wirkungen einzelner Nähr-Substanzen fragen und Nahrungsmittel nicht nur nach ihren Inhaltsstoffen bewerten. Wir müssen die komplexen (lebendigen) Systeme "Lebensmittel" und "Mensch" verstehen. Wir müssen lernen, nach der Weisheit des Körpers zu suchen, denn auch bei der Ernährung dürfen wir getrost davon ausgehen, dass es sie gibt – und dass sie womöglich mehr zur Gesunderhaltung des Einzelnen beiträgt als alle populären Ernährungsratgeber zusammen.
Quelle: Hyland, ME: The intelligent body. New Scientist vom 26.5.2001/S.32-33
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