Von den meisten von uns unbemerkt, nehmen in allen westlichen Ländern nicht nur Störungen des Fett-, sondern auch des Kohlenhydrat-Stoffwechsels zu. Zunächst symptomlos entwickelt sich über Jahre das so genannte Syndrom X: Diesen Namen wählte Gerry Reaven, ein Pionier auf diesem Gebiet, Ende der 80er Jahre für das Zusammentreffen mehrerer Stoffwechselstörungen: zu große Mengen von Fett (Triglyceride) im Blut, zu hoher Blutdruck und eine zunehmende Insulinresistenz. Insulin ist jenes Hormon, mit dem unser Körper seinen Zucker- und Fettstoffwechsel steuert. Je weniger wirksam das Insulin ist, desto mehr gerät der Stoffwechsel durcheinander und desto wahrscheinlicher wird es, an der Zuckerkrankheit Diabetes zu leiden und vorzeitig an einer Herz- und Gefäßerkrankung zu sterben.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen in jenen Regionen der Erde, die mit Nahrung überversorgt sind, bereits am Syndrom X leiden und dass die nahe Zukunft eine wahre Epidemie dieser fatalen Stoffwechselsituation bringen wird. Neben einer genetischen Veranlagung und vor allem Bewegungsmangel als wichtigster Ursache spielt die Ernährung eine herausragende Rolle bei der Entstehung – oder eben bei der Verhütung des Syndrom X und all seiner gefährlichen Begleiterscheinungen. Und während in den letzten Jahren die Fette (vielfach zu unrecht) am Pranger der Ernährungsmediziner standen, rücken nun die Kohlenhydrate, und mit ihnen die Leber, ins Zentrum des krankhaften Geschehens.
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