Wer seine Gefäße vor frühzeitiger Verkalkung und sein Herz vor dem gefürchteten Infarkt schützen will, wird von der medizinischen und der ernährungsberaterischen Zunft bislang aufgefordert, deutlich weniger Fett zu verspeisen und stattdessen seine Kohlenhydratzufuhr zu steigern. Praktisch bedeutet das, mehr Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln und dafür weniger Butter, Sahne, Öl und fette Wurst zu essen. Die Lebensmittelindustrie griff diese Empfehlungen schon vor Jahren auf und bietet dem geneigten Verbraucher seither eine Fülle an fettreduzierten Lebensmitteln an, vom Fertiggericht bis zum Light-Joghurt.
Viele dieser „herzschützenden“ Produkte enthalten statt Fett reichlich Kohlenhydrate. Damit liegen sie – eigentlich – voll im Trend der ernährungsmedizinischen Empfehlungen. „Eigentlich“ deshalb, weil die zusätzlichen Kohlenhydrate überwiegend als Zucker daherkommen, und das war mit „mehr Kohlenhydrate“ nicht gemeint. Doch egal, ob Stärke (empfehlenswert) oder Zucker (weniger empfehlenswert), die neuesten Forschungsergebnisse in Sachen Herzinfarkt und Zivilisationsleiden zeigen, dass den Fetten offenbar zuviel „Unrecht“ geschah und dass die Ernährungsmediziner mit den riesigen Mengen Kohlenhydraten, die sie empfehlen, offenbar aufs falsche Pferd gesetzt haben.
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