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"Die Dickmacher"

Renate Künast: Die Dickmacher. Warum die Deutschen immer fetter werden und was wir dagegen tun müssen. Riemann Verlag, München 2004, ISBN 3-570-50062-4.

Es ist ein dickes Buch, das sich aus ministerieller Sicht mit dem Thema Übergewicht beschäftigt. Auf gut 300 Seiten erfahren wir, warum wir zu fett werden, was dies den Staat kostet, was der Mensch früher gegessen hat, wie er heute unter „Snack Attacks“ steht, was die Schulen beitragen können, um Kinder zu gesunder Ernährung und mehr Bewegung zu motivieren und ob Arme wirklich die dickeren Menschen sein müssen. Es folgen kritische Anmerkungen zu den ständig wechselnden Ernährungs-Wahrheiten, weitere Kapitel widmen sich den verschiedenen Ernährungspyramiden, die als Leitbild für eine gesunde Ernährung diskutiert werden, stellen Projekte vor, die Mut machen und listen auf, was als nächstes zu tun sei. Ein umfangreicher Anhang mit nützlichen Adressen und Internetseiten ergänzt die von der Ministerin mit erhobenem Zeigefinger vorgestellten Ausführungen.

Das Buch enthält eine Fülle wichtiger Informationen und eindrückliche Abbildungen, und es ist gut lesbar geschrieben. Allerdings bleibt es in sich unschlüssig. So weist die Juristin Künast zwar auf neue ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse hin, redet aber immer wieder der fettarmen Kost das Wort. Wenig praxistauglich scheint auch ihr Ernährungskompass, der Linsen, Avocados und Leinöl als besonders gesund propagiert, der sozial schwächeren Familien aber wohl keine Hilfe ist. Es bleibt der Eindruck: Wo Familien- und Sozialpolitik versagt haben und die soziale Schere sich immer weiter öffnet, helfen auch keine Ernährungsbücher aus dem Landwirtschaftsministerium.