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 ERNÄHRUNGSKONZEPTE
Die "klassischen" Alternativen
Macht sauer doch nicht lustig?
Glyx-Gefühle statt Magerkost
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Ernährungskonzepte
Milch und Morbus Crohn
Krebs und Ernährung

DICK DURCH ERNÄHRUNGSBERATUNG?
 

Schuld daran sei nicht zuletzt die Ernährungs-Pyramide des Landwirtschaftsministeriums. Dieses 1992 veröffentlichte Schaubild soll den Bürgern auf anschauliche und einfache Weise erklären, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat: Die Basis bilden stärkereiche Lebensmittel wie Getreideprodukte und Kartoffeln. Alles Fettige ist in die dünne Spitze verbannt, soll also nur sparsam gegessen werden. Unter amerikanischen Wissenschaftlern gilt diese Pyramide mittlerweile als überholt. Manche halten sie gar für eine Katastrophe, da es seit ihrem Einsatz zu einer wahren Übergewichts- und Diabetes-Epidemie gekommen sei.

Deutsche Ernährungsberater verwenden die gleiche Ernährungs-Pyramide oder einen Ernährungskreis mit ähnlicher Aufteilung. Und obwohl auch die Taille der deutschen Bürger immer umfangreicher wird und die Zahl der Diabetiker steigt, hört man hierzulande von all den spannenden Diskussionen und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nur wenig – wenn Nicolai Worm nicht wäre. Unter Berufung auf die neuesten Studien weist der Ernährungswissenschaftler in seinen Büchern „Nie wieder Diät“ (Hallwag 2001), „Syndrom X“ oder „Täglich Fleisch“ (Systemed 2002) seit langem auf die vielen Fehler und Widersprüche in der Ernährungsberatung hin. Zudem fordert er mehr Objektivität und klare, wissenschaftlich fundierte Regeln für die Formulierung von Ernährungsempfehlungen an die Bevölkerung.

Darauf warten andere nicht: Im Februar erschien „Die Glyx-Diät“ von Marion Grillparzer (Gräfe und Unzer), ein Lifestylebuch, in dem sich viele der neuen Erkenntnisse wiederfinden. Leider erweckt es auch den Anschein, jeder könne abnehmen und schlank bleiben, wenn er sich nur ans „Glyx“-Prinzip hält. Auch „Fitnesspapst“ Ulrich Strunz hat den neuen Trend schnell erkannt und ist wieselflink umgeschwenkt: Riet er seinen Lesern in „Forever young“ noch 1999 dazu, dringend die Fettkalorien zu halbieren, so hielt ihn das nicht davon ab, im vergangenen Jahr mit dem Buch „Fit mit Fett“ (Heyne Verlag) auf den Markt zu kommen.

So schnell ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn freilich nicht. Dort hält man nach wie vor an einer kohlenhydratreichen, fettarmen Kost als Optimum fest. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, wie etwa die, dass ein etwas höherer Fettkonsum bei vielen Menschen mit besseren Werten in Sachen Blutfett, Blutzucker und Cholesterin einhergeht, scheinen noch nicht durchgedrungen zu sein. Dabei gibt es seit Jahren Kritik an den „offiziellen“ Ernährungsempfehlungen, nachzulesen etwa in „Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung“ (Kiepenheuer & Witsch, 2001). Auch das kürzlich im Hirzel-Verlag erschienene „Mythos Cholesterin“ (Uffe Ravnskov, 2002) räumt mit vielerlei Vorurteilen rund um die lange geschürte Fett- und Cholesterin-Phobie auf.


 | Überfällig: Umbau der Pyramide