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KANN DER KÖRPER SAUER SEIN? |
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Die etablierte Ernährungswissenschaft hat die Säure-Basen-Theorie bislang als unbewiesen abgelehnt. Der Körper verfüge über ausreichend Puffersysteme, um stets ein gesundes Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen herzustellen. Beispielsweise hält er den pH-Wert des Blutes, ein Maß für dessen Säure- bzw. Basengehalt, in engen Grenzen konstant.
Hay, Treutwein, Mayr, Worlitschek und all die anderen Verfechter der Säure-Basen-Harmonie sind jedoch der Meinung, dass eine säurereiche Kost die Puffersysteme auf Dauer überlastet. Und die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen scheinen ihnen zumindest teilweise recht zu geben. So kam ein Symposium an der TU München-Weihenstephan zu dem Schluss, dass die köpereigenen Puffersysteme offenbar doch nicht unerschöpflich sind und dass auch eine leichte Übersäuerung langfristig altersbedingten Muskelschwund, Nierensteine und Knochenschwund (Osteoporose) fördern kann.
Die meisten Hinweise liegen für Osteoporose vor. Denn bei einem Säureüberschuss werden die zur Neutralisation benötigten Basen aus den Knochen entnommen. Folglich mag zwar der pH-Wert im Blut normal sein, der Knochen verliert über die Jahre jedoch an Substanz und bricht irgendwann. Tatsächlich konnte inzwischen gezeigt werden, dass eine säureüberschüssige Nahrung die Aktivität knochenabbauender Zellen fördert und den Knochenaufbau bremst. Eine basenreiche Kost scheint dagegen vor Osteoporose zu schützen.
Rückendeckung für dieses Konzept kommt nun auch von den Evolutionsforschern. Sie wollen errechnet haben, dass die Kost unserer Vorfahren über viele Zehntausend Jahre hinweg basenüberschüssig war – selbst wenn sie gleichzeitig viel Fett und tierisches Eiweiß enthielt. Dafür sorgte unter anderem der hohe Kaliumgehalt der pflanzlichen Nahrungsmittel. Die übliche westliche Durchschnittskost erzeuge dagegen einen leichten aber beständigen Säureüberschuss. Jedenfalls sei sie viel ärmer an Kalium als die Speise unserer steinzeitlichen Vorfahren – es sei denn, es wird viel Gemüse und Obst gegessen.
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