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 ERNÄHRUNGSKONZEPTE
Die "klassischen" Alternativen
Macht sauer doch nicht lustig?
Glyx-Gefühle statt Magerkost
Auf der Suche nach dem persönlichen Ess-Typ
Versuch einer Synopsis
 DOSSIERS
Dicke Kinder
Ernährungskonzepte
Milch und Morbus Crohn
Krebs und Ernährung

 




Versuch einer Synopsis

Die Situation mag auf den ersten Blick unübersichtlich sein. Doch bei genauerem Hinsehen lassen sich viele Gemeinsamkeiten unter den langfristig populären Ernährungskonzepten erkennen. So empfehlen im Grunde alle, möglichst hochwertige und frische Lebensmittel zu verwenden, die Nährstoff-schonend und wohlschmeckend zubereitet werden sollen. Auch bei Gemüse, Salaten und Obst besteht weitgehend Einigkeit. Vor industriell stark verarbeiteten (Fertig-)Produkten, Süßigkeiten, Knabberartikeln, Softdrinks und Genussmitteln und einem generellen Übermaß an Nahrung wird durchgängig gewarnt. Damit wäre ein sinnvoller Rahmen für eine gesunde Ernährung abgesteckt, der sicher auch den Segen der meisten Ernährungsberater und der DGE bekommen würde.

Uneinigkeit herrscht dagegen über das Ausmaß der notwendigen Verarbeitung, über den Anteil an tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, über die Wertigkeit von Getreide, Fleisch und Milch sowie über das optimale Verhältnis der Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Aus diesen strittigen Punkten lässt sich jedoch auch einiges ablesen. Sie sind der vitalste Beleg dafür, dass es die eine richtige Ernährung für alle tatsächlich nicht gibt.

Vermutlich können die vorgestellten Kostformen gerade deswegen nebeneinander existieren, weil sie sich beispielsweise im Fettgehalt, bei der Fleischmenge oder im Getreideanteil unterscheiden. Das kann nur bedeuten, dass es augenscheinlich Menschen gibt, die mit vegetarischem Essen klarkommen, während andere Fleisch brauchen, um gesund zu sein. Der eine verträgt Vollkornbrot, dem anderen bereitet es Bauchgrimmen. Manche profitieren von einer basenüberschüssigen Kost, andere kommen mit Säurebildnern prima zurecht. Ein Teil der Menschen, vor allem die körperlich aktiven, dürften sich auch bei einer kohlenhydratreichen Kost gut fühlen. Anderen gelingt es dafür leichter, bei einer relativ eiweiß- und fettreichen Kost mit eher knappem Kohlenhydratgehalt gesund und in Form zu bleiben.

Die Aufgabe der Ernährungwissenschaft muss es daher sein, nicht einzelne Kostformen zu diskreditieren oder eine als alleinseligmachend herauszustellen, sondern herauszufinden, wem was am besten bekommt oder schadet. Hier fehlt es noch weitgehend an aussagekräftigen Studien. Die eigene Erfahrung und Körperempfindung kann jedoch auch die beste Wissenschaft nicht ersetzen. Hier ist jeder selbst gefragt. Probieren Sie daher mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand aus, was Sie anspricht – und behalten Sie (nur das) bei, was Ihnen langfristig gut tut.