Zu Vitamin E und Krebs liegt nur eine Interventionsstudie vor (134). Deren einziges signifikantes Ergebnis ist ein vermindertes relatives Risiko bei Prostatatumoren in einem frühen Stadium. Allerdings nahm die Gesamtsterblichkeit in dieser Studie nicht ab: Zwar sank das Risiko, einem Prostatatumor zu erliegen, dafür starben mehr Teilnehmer an hämorrhagischen Hirninfarkten, weil das Vitamin E die Blutungsneigung erhöht.
Außerdem scheinen Krebszellen in der Lage zu sein, das Gleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Substanzen in ihrer Umgebung zu ihren Gunsten zu verschieben. So fand man besonders bei Patientinnen mit aggressiven Brusttumoren erhöhte Vitamin-E-Spiegel und weniger Oxidationsprodukte als bei Gesunden (46). Damit würde ein eventueller antioxidativer Effekt nur dem Tumor zugute kommen.