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WIE KONNTE DAS PASSIEREN?
 

Die Bildung von Radikalen ist ein für den Körper lebenswichtiger Vorgang. Er nutzt sie z.B. zur Energiegewinnung und zur Krankheitsabwehr. Um Schaden zu verhüten, laufen die betreffenden Redox-Reaktionen kontrolliert und stufenweise ab. Gibt man von außen einzelne Antioxidantien zu, läuft dieses fein abgestimmte System Gefahr, aus den Fugen zu geraten: Ein Teil der körpereigenen Redox-Systeme wird reduziert, der andere Teil oxidiert, wobei freie Radikale in großer Menge entstehen (62).


 
Antioxidantien werden seit Jahrzehnten Lebensmitteln und Kunststoffen zugesetzt, um deren Haltbarkeit zu verlängern. Damit sie in den unterschiedlichsten Medien als "Radikalfänger" wirksam werden können, müssen stets die gleichen Bedingungen erfüllt sein (EU.L.E.N-SPIEGEL 1995/H.2/.1-6):
Erstens muss vorher ausgetestet werden, welche Antioxidantien gegen welche radikalischen Reaktionen wirksam sind. Nicht nur Arzneimittel, auch Antioxidantien wirken spezifisch.
Zweitens muss das Antioxidans in niedriger Dosierung zugesetzt werden. In Megadosen wirken Antioxidantien stets prooxidativ, d.h. sie beschleunigen radikalische Reaktionen.
Drittens muss das Medium frei von Sauerstoff und Eisen sein. Um geringste Eisenspuren zu binden, ist der gleichzeitige Zusatz von Synergisten erforderlich. Anderenfalls wird die Radikalbildung abermals gefördert und das Material bzw. das Gewebe geschädigt.



 

Blut ist reich an Eisen, und in der Lunge kommen große Mengen Sauerstoff dazu - für ß-Carotin offenbar ideale Bedingungen, um Radikale zu bilden und das ohnehin angegriffene Lungengewebe von Rauchern zu schädigen (61, 62, 102).

So lassen sich auch die niedrigen Plasma-Spiegel bei Rauchern einordnen: Da Raucher ihre Lungen ohnehin oxidativem Streß aussetzen und ß-Carotin hier zusätzliche Schäden anrichten kann, senkt der Körper zu seinem Schutz die ß-Carotinmenge im Blut ab. Das würde erklären, dass Raucher niedrige ß-Carotinspiegel brauchen und warum Carotin-Supplemente bei ihnen Lungenkrebs fördern (137).


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