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ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK |
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Auf der Suche nach Maßnahmen zur Krebsprävention wird die Ernährung intensiv erforscht. Viele bisher durchgeführte Studien unterliegen nicht nur erheblichen methodischen Mängeln, sie sind schon von ihrer Idee her ungeeignet: Sie gehen davon aus, daß einzelne Parameter, wie etwa der Fettverzehr, einen fest umrissenen Nutzen oder Schaden haben, der sich durch eine Ernährungsumstellung vorteilhaft verändern lässt. Bei dieser Sichtweise bleiben elementare Eigenschaften von Menschen, Lebensmitteln und der Krankheit Krebs unberücksichtigt:
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Die individuellen Risikoprofile der Menschen unterscheiden sich erheblich, schon aufgrund ihrer genetischen Veranlagung, ihres Alters und Geschlechts, der Zahl ihrer Kinder, der Cancerogenbelastung am Arbeitsplatz, der körperlichen Aktivität, der Darmflora und der Enzymausstattung. Man weiß heute, daß cancerogene Stoffe von Mensch zu Mensch unterschiedlich schnell und effektiv aktiviert oder entgiftet werden (70).
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Lebensmittel sind komplexe Systeme, deren Inhaltsstoffe miteinander und mit der Darmflora in Wechselwirkung treten. Zudem ändern sich ihre Eigenschaften durch Verarbeitungsverfahren wie Würzen, Marinieren, Fermentieren, Kochen und Backen. Welchen Einfluss z.B. die Küchentechnik auf unsere Gesundheit hat, ist bis heute nur bruchstückhaft erforscht.
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Krebs ist das Paradebeispiel für eine multikausale Erkrankung, denn es müssen in der Regel zahlreiche Faktoren zusammentreffen, bis ein Tumor entsteht. Die Ernährung kann in diesem "Puzzle" nur ein Teil von vielen sein und sollte nicht überbewertet werden. Zumal unbeschwertes Essen und Trinken auch ein ein gutes Stück Lebensqualität ausmachen.
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Mit dem "western lifestyle" steigt nicht nur die Lebenserwartung, es kommt auch zu charakteristischen Veränderungen im Krankheitsspektrum einer Gesellschaft. Dieser Lebensstil - viel essen, wenig bewegen, kaum Tageslicht - führt offensichtlich bei dem Teil der Bevölkerung, der genetisch vorbelastet ist, zu einer Stoffwechselsituation, die Krebs begünstigt. Vor allem die Bedeutung des in Industrienationen verbreiteten Mangels an Tageslicht sollte dringend erforscht werden.
Detaillierte Ernährungsempfehlungen zur Krebsprophylaxe können erst dann gegeben werden, wenn epidemiologische oder klinische Studien gezeigt haben, dass der versprochene gesundheitliche Nutzen auch tatsächlich eintritt. Die bisherigen Ergebnisse sind mager: Raucher sollten vor ß-Carotin-Präparaten gewarnt werden und Menschen, die erblich bedingt zu hohen Eisenspeichern neigen, muss dringend von der Einnahme von Vitamin C abgeraten werden. Letztere profitieren möglicherweise auch von einer betont pflanzlichen Ernährung, weil der Körper das darin enthaltene Eisen schlechter verwerten kann.
Das Beispiel der Phytoöstrogene zeigt, dass es darauf ankommt, wie die Lebensmittel verarbeitet werden und wie sie die Darmflora verstoffwechselt. Da manche ballaststoffreichen Lebensmittel erst nach einer Fermentation die tatsächlichen Wirksubstanzen oder jene Vorstufen enthalten, die es der Darmflora ermöglichen, die eigentlichen Schutzstoffe zu erzeugen, tauchen gelegentlich auch Korrelationen mit Ballaststoffen, Obst, Gemüse und Getreide auf.
Solange gesicherte Erkenntnisse fehlen, sollte die Bevölkerung von allgemeinen Ratschlägen wie "wenig Fett, wenig Salz, wenig Fleisch" besser verschont werden. Zumal sich abzeichnet, dass andere Faktoren wie Bewegung und Licht bessere Ansatzpunkte bieten. Die meisten Ernährungsregeln haben keine wissenschaftlich begründete Basis. Sie bedeuten nicht nur eine unnötige Einschränkung der Lebensqualität und die Vernichtung volkswirtschaftlichen Kapitals, sie können den Menschen auch schaden. Und sei es "nur", dass die Krebsangst steigt, weil ein "verbotenes" oder "ungesundes" Lebensmittel gern gegessen wird.
Quelle: EU.L.E.n-Spiegel Nr.9/98
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Vitamin D und Darmkrebs | Literatur
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