Es rauschte kräftig im Ernährungs-Blätterwald dieser Tage: Vertreter der umstrittenen aber äußerst beliebten Atkins-Diät würden nun doch tatsächlich kleinere Steaks und weniger Fett empfehlen - so jedenfalls die Meldungen von New York Times und BBC online.
Mein Senf dazu: Sind die Atkins-Leute nun endlich "vernünftig" geworden und raten zur Zurückhaltung insbesondere bei tierischen Fetten? Mitnichten! Es hätte wohl nicht einmal des Dementis aus der Firmenzentrale bedurft, um die dillettantische Berichterstattung um diese "fette Zeitungs-Ente" zu entlarven.
Da wurden Fachbegriffe und Zahlen falsch verwendet und durch die Überschriften falsche Botschaften vermittelt. Unter anderem weisen die Atkins-Leute in einer Stellungnahme darauf hin, dass es bis heute keinen wissenschaftlichen Beleg für die Schädlichkeit natürlicher tierischer Fette gibt. Daher habe man gar keinen Anlass, von den bewährten Diätprinzipien abzuweichen. Tierische Lebensmittel sind ein wesentlicher Bestandteil der Atkins-Kost, wobei auch die Eiweißzufuhr höher ist als bei üblichen Ernährungsweisen.
Genau so falsch wie das Dogma vom "bösen" tierischen Fett ist die weit verbreitete Ansicht, die Atkins-Diät würde empfehlen, sich täglich mit Steaks, Eiern und Speck vollzustopfen.
Ohne eine Lanze für dieses auch kommerziell sehr erfolgreiche Programm brechen zu wollen, würde ich doch vorschlagen, dass man sich zunächst ein wenig informiert, bevor man Meldungen über Kostformen verfasst, von denen man offenkundig nichts versteht.
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