Die Ärzte Zeitung meldete gestern, die berühmte Nurses Health Studie der Universität Boston hätte ergeben, dass es bei einem hohen Fleischkonsum zu mehr Darmtumoren komme.
Mein Senf dazu: So nicht! Diese Art der Berichterstattung ist bestenfalls unangemessen zu nennen. In der Studie wurden zwei Ernährungsformen - nicht der Konsum von Fleisch - miteinander verglichen, eine "westliche" und eine "gesunde" (Fung et al, Archives of Internal Medicine 2003/Vol163/S.309-314).
Jene Frauen, die sich besonders gesund ernährt hatten, das heißt mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Geflügel und Vollkornprodukten, zeigten einen Trend zu weniger Dickdarmtumoren, der jedoch nicht signifikant war.
Jene Frauen, die sich besonders "westlich" ernährt hatten, also mit viel "rotem" Fleisch, Fleischwaren, Süßigkeiten und Desserts, Pommes und Weißmehlprodukten, hatten ein erhöhtes relatives Risiko für Dickdarmtumoren, das jedoch ebenfalls nicht signifikant war. Der Zusammenhang zeigte sich ausschließlich beim höchsten Verzehr "westlicher" Kost. Zu Enddarmtumoren zeigte sich überhaupt kein Zusammenhang mit der Ernährungsweise.
Aus diesen Ergebnissen darf nicht geschlossen werden, dass "rotes Fleisch" das Tumorrisiko erhöht - darüber macht die Studie keine Aussage! Sie zeigt im Gegenteil, dass es gerade nicht auf einzelne Lebensmittel ankommt, sondern auf die Gesamternährung, die günstig oder ungünstig sein kann.
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