Eine Studie über erniedrigte Leptinwerte im Blut von Magersüchtigen und Bulimiepatientinnen bestätigte sozusagen nebenbei, dass es unter Studentinnen der Ernährungswissenschaften einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Essgestörten gibt. Von 181 untersuchten Studentinnen der Universität Gießen wurden immerhin 32 (17,7%) als essgestört eingestuft. Die Studie eines Teams von Gießener und Marburger Wissenschaftlern erschien im European Journal of Nutrition.
Mein Senf dazu: Der hohe Anteil an essgestörten Ernährungsstudentinnen kommt zwar nicht unerwartet, er wird jedoch in der (Fach-)Öffentlichkeit viel zuwenig thematisiert. Immerhin wird ein Teil dieser Studentinnen später andere Menschen in Sachen gesunder Ernährung beraten. Dies könnte nicht nur den ohnehin schon viel zu hohen Stellenwert eines sehr niedrigen Körpergewichts weiter steigern. Es erhebt sich auch die Frage, ob essgestörte Beraterinnen nicht ein potentielles Risiko darstellen, zumindest für jene Klienten, die bereits Probleme mit dem Essverhalten haben.
Problematisch ist außerdem, wenn die Essgestörten später in Gesundheits-Redaktionen der Medien arbeiten und darüber entscheiden, welche Ernährungsthemen mit welchem Schwerpunkt erscheinen.
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